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Zeugnis, Arbeitsbescheinigung, Entgeltbescheinigung

Zeugnis (§ 35 TV-L):

Es wird unterschieden zwischen:

  • Endzeugnis:
    Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der/die Beschäftigte Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis über Art und Dauer seiner/ihrer Tätigkeit; es muss sich auch auf Führung und Leistung erstrecken. Es ist unverzüglich auszustellen. Zuständig ist der/die Leiter/in der Universitätseinrichtung.
    Für Beschäftigte im Schreib- und Verwaltungsdienst ist dem Personaldezernat ein vorbereitetes Zeugnis zur Prüfung und Mitzeichnung zu übersenden. Für Beschäftigte in den anderen Dienstarten ist dem Personaldezernat eine Kopie des Zeugnisses zuzuleiten.
  • Zwischenzeugnis:
    Beschäftigte sind berechtigt, aus triftigen Gründen auch während des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis zu verlangen. Es ist unverzüglich auszustellen. Triftige Gründe sind insbesondere die Bewerbung um eine neue Stelle und ein Vorgesetztenwechsel. Zuständig ist der/die Leiter/in der Universitätseinrichtung. Ohne Angabe von Gründen seitens des/der Beschäftigten braucht ein Zwischenzeugnis nicht ausgestellt zu werden.
    Für Beschäftigte im Schreib- und Verwaltungsdienst ist dem Personaldezernat ein vorbereitetes Zeugnis zur Prüfung und Mitzeichnung zu übersenden. Für Beschäftigte in den anderen Dienstarten ist dem Personaldezernat eine Kopie des Zeugnisses zuzuleiten.
  • Vorläufiges Zeugnis:
    Bei bevorstehender Beendigung des Arbeitsverhältnisses können die Beschäftigten ein Zeugnis über Art und Dauer ihrer Tätigkeit verlangen. Es ist unverzüglich auszustellen. Zuständig ist der/die Leiter/in der Universitätseinrichtung.
    Für Beschäftigte im Schreib- und Verwaltungsdienst ist dem Personaldezernat ein vorbereitetes Zeugnis zur Prüfung und Mitzeichnung zu übersenden. Für Beschäftigte in den anderen Dienstarten ist dem Personaldezernat eine Kopie des Zeugnisses zuzuleiten.

 

Sog. Zeugnissprache:

In der Praxis wird zwar immer wieder in Abrede gestellt, dass es eine sog. Zeugnissprache gibt. Dies ist aber nach Erfahrungen der Praktiker und Juristen sehr wohl der Fall. Durch die Verwendung von auf den ersten Blick positiven Formulierungen wird eine versteckte Botschaft übermittelt. So kann der Satz „Sie war bei ihren Kollegen und Vorgesetzten sehr beliebt“ bedeuten, sie hat während der Arbeitszeit ständig mit den Kollegen geschwatzt.

Es ist auch immer zunächst bei dieser Beurteilung das Verhalten gegenüber den Vorgesetzten, dann gegenüber den Kunden und dann gegenüber den Mitarbeitern zu beurteilen. Da in Arbeitszeugnissen keine Noten entsprechend den Schulnoten enthalten sind, haben sich anerkannte Formulierungen herausgebildet, die auch der höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts entsprechen.

Die folgenden Formulierungen sind nur beispielhaft und entsprechen von 1 bis 6 den Schulnoten 1 bis 6:

  1. Er (Sie) hat die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.
  2. Er (Sie) hat die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.
  3. Er (Sie) hat die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit erledigt.
  4. Er (Sie) hat die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt.
  5. Er (Sie) hat die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt.
  6. Er (Sie) bemühte sich, die ihm (ihr) übertragenen Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen.


Hier bleibt insbesondere noch darauf hinzuweisen, dass selbst bei einer auf den ersten Blick sehr guten Bewertung unbedingt das Wort „stets“ enthalten sein muss, weil nur hierdurch eine durchgehend der Beurteilung entsprechende Leistung gekennzeichnet wird.

Auch durch Weglassungen kann ein ansonsten positives Zeugnis in das Gegenteil verkehrt werden. So muss ein Arbeitszeugnis z.B. einer Kassiererin unbedingt auch Ausführungen zu ihrer Ehrlichkeit enthalten. Fehlt eine solche Ausführung, dann kann daraus gefolgert werden, dass der gerade bei einer Kassiererin wichtige vorauszusetzende Punkt der Ehrlichkeit eben nicht bescheinigt werden kann.

Auch die Schlussfloskel kann sehr wichtig für die Beurteilung des Arbeitszeugnisses sein. So sind z.B. gute Wünsche für die private Zukunft nicht einklagbar, drücken aber eine besondere Wertschätzung durch den Arbeitgeber aus, ebenso wenn ausdrücklich dem Arbeitnehmer nochmals gedankt und sein Ausscheiden bedauert wird. Aber auch Dank und Bedauern sind nicht einklagbar.

Auf die Erteilung des Zeugnisses kann der Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht klagen. Er kann auch auf die Korrektur eines schon erteilten Zeugnisses klagen. Hat ein Arbeitgeber allerdings zu Unrecht ein positives Zeugnis erstellt, obwohl dieses nicht den Tatsachen entspricht, können sich für den späteren Arbeitgeber hieraus Schadensersatzansprüche ergeben. Eine Haftung kommt hier wegen sittenwidriger Schädigung gem. § 826 BGB in Frage.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass ein Zeugnis nur in seiner Gesamtheit beurteilt werden kann und die o.g. Beispiele nur Anhaltspunkte bei der Beurteilung geben können.

Arbeitsbescheinigung:

Das Formular „Arbeitsbescheinigung“ der Agentur für Arbeit ist bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses der gehaltszahlenden Stelle, also dem Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV), zum Ausfüllen vorzulegen.

Entgeltbescheinigung:

Eine Entgeltbescheinigung ist bei der gehaltszahlenden Stelle, also dem Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV), erhältlich.
 


Bei weiteren Fragen zum Zeugnis wenden Sie sich bitte an das Personaldezernat, bei weiteren Fragen zur Arbeits- oder Entgeltbescheinigung an das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV).

zuletzt verändert: 02.05.2018
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