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Erwerbsminderungsrente

Ist der/die Beschäftigte krank oder aufgrund eines Unfalls arbeitsunfähig, zahlt der Arbeitgeber in der Regel bis zu sechs Wochen lang das Entgelt beziehungsweise das Gehalt weiter. Danach springt die Krankenkasse ein. Die zahlt bis zu 78 Wochen pro Krankheitsfall.

Danach sollte sich der/die Beschäftigte  bei der für sie/ihn zuständigen Agentur für Arbeit erkundigen, ob ihm/ihr im Anschluss an das Krankengeld von dort noch Arbeitslosengeld I zusteht. Ansonsten kann er/sie sich bei seinem/ihrem Sozialhilfeträger erkundigen, ob er/sie die Anspruchsvoraussetzungen für Sozialhilfe erfüllt; diese ist abhängig vom Familieneinkommen.

Dauert die Krankheit länger an und mündet sie in eine Erwerbsminderung, kommt eine Erwerbsminderungsrente in Frage. Hierzu müssen entsprechende Vorversicherungszeiten vorliegen. Eine individuelle Beratung durch den Rentenversicherungsträger ist hier unverzichtbar.

Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente

Ist der/die Beschäftigte in Folge von Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage, mehr als sechs Stunden am Tag zu arbeiten, kann er/sie Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben. Dafür gibt es zwei Voraussetzungen:

Nachgewiesene medizinische Notwendigkeit:
Aus ärztlichen Unterlagen oder Gutachten geht eindeutig hervor, dass der/die Beschäftigte in seinem/ihrem oder einem anderen Beruf nicht mehr als sechs Stunden täglich arbeiten kann.

Erfüllung der Mindestversicherungszeiten:
Der/Die Beschäftigte ist mindestens fünf Jahre versichert und hat in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge bezahlt. Auch Kindererziehungszeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten.

Folgende Ausnahmen gibt es bei der Wartezeit: Ergibt sich die Notwendigkeit einer Erwerbsminderungsrente aus einem Arbeitsunfall, einer Berufskrankheit, einer Beschädigung aus dem Wehr- und Bundesfreiwilligendienst oder in/bei politischem Gewahrsam, reicht in der Regel schon ein gezahlter Beitrag.

Teilweise oder volle Erwerbsminderung?

Wenn die Leistungskraft des/der Beschäftigten auf weniger als sechs Stunden täglich gesunken ist, er/sie aber noch mindestens drei Stunden am Tag arbeiten kann, ist dies eine teilweise Erwerbsminderung.

Wenn die Leistungskraft des/der Beschäftigten auf weniger als 3 Stunden täglich gesunken ist, ist dies eine volle Erwerbsminderung.

So beantragt der/die Beschäftigte eine Erwerbsminderungsrente

Eine Erwerbsminderung ist immer sehr individuell und das Thema komplex. Der/Die Beschäftigte sollte daher zur Antragsstellung möglichst persönlich in die Auskunft- und Beratungsstelle seines/ihres Rentenversicherungsträgers gehen. Er/Sie sollte dazu alle Versicherungsdokumente und eventuelle ärztliche Unterlagen mitnehmen.

Der/Die Beschäftigte kann ausdrücklich eine teilweise Erwerbsminderungsrente (anstatt einer vollen Erwerbsminderungsrente) beantragen - wenn er/sie dies wünscht.

Weitere Informationen zur Erwerbsminderungsrente findet der/die Beschäftigte auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung.

Beendigungszeitpunkt des Arbeitsverhältnisses bei Bewilligung einer (vollen oder teilweisen) Erwerbsminderungsrente

Das Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf des Monats, in dem der Rentenbescheid zugestellt wird, frühestens aber 2 Wochen nach Zugang des Beendigungsschreibens des Arbeitgebers. Beginnt die Rente erst nach der Zustellung des Rentenbescheids, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des Tages, der dem Rentenbeginn vorhergeht.

Besonderheit bei anerkannten Schwerbehinderten, denen eine teilweise Erwerbsminderungsrente bewilligt wird: Das Arbeitsverhältnis endet erst mit Zustimmung des Integrationsamtes.

Ruhen des Arbeitsverhältnisses bei Bewilligung einer (vollen oder teilweisen) Rente auf Zeit

Das Arbeitsverhältnis ruht für den Zeitraum, für den eine Rente auf Zeit gewährt wird; beginnt die Rente rückwirkend, ruht das Arbeitsverhältnis ab dem Ersten des Monats, der auf den Monat der Zustellung des Rentenbescheides folgt.

Besonderheiten bei der Bewilligung einer teilweisen Erwerbsminderungsrente

Wird dem/der Beschäftigten eine teilweise Erwerbsminderungsrente bewilligt, endet bzw. ruht sein/ihr Beschäftigungsverhältnis nicht, wenn er/sie innerhalb von 2 Wochen nach Zugang des Beendigungsschreibens des Arbeitgebers seine/ihre Weiterbeschäftigung bei seinem/ihrem Arbeitsgeber schriftlich beantragt und er/sie im Umfang des vom Rentenversicherungsträger festgestellten Restleistungsvermögens auf seinem/ihrem bisherigen oder einem anderen geeigneten und freien Arbeitsplatz weiterbeschäftigt werden kann, soweit dringende dienstliche Gründe nicht entgegenstehen.

Ist der/die Beschäftigte anerkannte/r Schwerbehinderte/r und wird ihm/ihr eine unbefristete teilweise Erwerbsminderungsrente bewilligt, endet sein/ihr Arbeitsverhältnis nur mit Zustimmung des Integrationsamtes.

Eine teilweise Erwerbsminderungsrente entspricht von der Höhe her der Hälfte der vollen Erwerbsminderungsrente. Die Höhe der vollen Erwerbsminderungsrente kann der/die Beschäftigte seiner/ihrer jährlich zugehenden Renteninformation über die Rentenhöhe entnehmen.

Seine/Ihre individuelle Hinzuverdienstgrenze neben einer teilweisen Erwerbsminderungsrente kann der/die Beschäftigte bei seinem/ihrem Rentenversicherungsträger erfragen. Bei dieser Hinzuverdienstgrenze handelt es sich um das Brutto-Monatsgehalt, das der/die Beschäftigte maximal parallel zu seiner/ihrer teilweisen Erwerbsminderungsrente beziehen kann. Zweimal pro Jahr darf diese monatliche Hinzuverdienstgrenze bis jeweils zum maximalen Doppelten des Betrages überschritten werden.

Gibt es allerdings keine entsprechende Teilzeitarbeit, prüft der Rentenversicherungsträger auf Antrag des/der Beschäftigten, ob er/sie auch Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente hat.

VBL-Betriebsrente

Von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) erhält der/die Beschäftigte zusätzlich zur Erwerbsminderungsrente eine Betriebsrente - sofern er/sie die Wartezeit von 60 Monaten erfüllt hat. Informationen zur VBL-Betriebsrente erhält der/die Beschäftigte auf der Homepage der VBL.

Was ist zu tun, wenn der/die Beschäftigte seinen/ihren Bescheid über die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente erhalten hat?

  1. Der/Die Beschäftigte bringt seinen/ihren vollständigen Rentenbescheid zu seinem/ihrem Personalsachbearbeiter in das Personaldezernat.
  2. Der/Die Personalsachbearbeiter/in fertigt eine Kopie vom Rentenbescheid.
  3. Das Personaldezernat leitet die Kopie des Rentenbescheides an das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV) weiter.
  4. Das Personaldezernat schickt dem/der Beschäftigten ein Bestätigungsschreiben, dass sein/ihr Arbeitsverhältnis endet. Bei Bewilligung einer befristeten Erwerbsminderungsrente erhält der/die Beschäftigte eine Mitteilung, dass sein/ihr Beschäftigungsverhältnis für die Dauer der Zeitrente ruht.
  5. Die Beschäftigungseinrichtung erhält eine Mehrfertigung dieses Schreibens.
  6. Das Personaldezernat teilt das Ausscheiden bzw. (bei befristeter Erwerbsminderungsrente) das Ruhen des Beschäftigungsverhältnisses dem LBV mit.
  7. Das LBV schickt dem/der Beschäftigten das Antragsformular für die VBL-Betriebsrente und ein ausführliches Informationsblatt unaufgefordert zu.
  8. Der/Die Beschäftigte füllt seine/ihren Antrag auf die VBL-Betriebsrente aus und schickt ihn zusammen mit dem Rentenbescheid (Kopie genügt) direkt an die VBL.
  9. Die VBL erteilt dem/der Beschäftigten nach ca. 2-3 Monaten den Bescheid über die zusätzlich zur gesetzlichen Rente zu gewährende VBL-Betriebsrente.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an das Personaldezernat.

zuletzt verändert: 14.07.2016
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